| |
Rumänien
ist der größte Staat Südosteuropas und grenzt im Süden an Bulgarien,
im Osten an Moldawien, die Ukraine und das Schwarze Meer, im Norden an die
Ukraine und im Westen an Ungarn und Jugoslawien.
Seit dem zweiten Jahrtausend v. Chr. siedelten thrakische Volksstämme (Geten
und Daker) auf diesem Gebiet. Der letzte Dakerkönig Decebal unterlag 105
n. Chr. den Truppen des römischen Kaisers Trajan und Rumänien wurde als
Provinz Dacia Teil des römischen Reiches. Als die Römer im 3.
Jahrhundert wieder abzogen, durchquerten Goten, Hunnen, Awaren und Slawen
das Land.
Durch Aufnahme slawischer Elemente in die dakisch-römische Kultur bildete
sich das rumänische Volke heraus, welches erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt
wird. In dieser Zeit annektierte Ungarn Transsilvanien und lud deutsche
Siedler von Mosel und Rhein ein, dieses Gebiet zu kolonisieren („Siebenbürger
Sachsen“). Etwa 100 Jahre später entstanden die zwei rumänische Fürstentümer:
die Walachei und die Moldau. Beide waren zunächst dem Osmanischen Reich
tributpflichtig. Ende des 16. Jahrhunderts wurden sie vorübergehend unter
Michael dem Tapferen vereinigt, der auch Siebenbürgen erobern konnte.
Im 18. Jahrhundert verloren die Fürstentümer zahlreiche Gebiete an Österreich:
u.a. die Bukowina und das Banat, wo seit 1718 Deutsche siedelten. 1859 wählten
Walachei und Molda Alexandru Ion Cuza zum Prinzen und der neue Staat
nannte sich zum ersten Mal Rumänien. Cuza wurde
später vom Adel gestürzt und an seiner Stelle Karl von
Hohenzollern-Sigmaringen als Erbprinz Carol eingesetzt. Nach erfolgreichem
Kampf gegen die Türken wurde das Land 1878 schließlich unabhängig,
Carol wurde 1881 zum König ernannt und Rumänien eine konstitutionelle
Monarchie.
Im ersten Weltkrieg zunächst neutral, kämpfte Rumänien später gegen Österreich-Ungarn
und erhielt 1919/20 Teile des Banats, ganz Siebenbürgen, die Bukowina,
Bessarabien und die Dobrudscha. Doch bereits 1940 annektierte die
Sowjetunion infolge des Hitler-Stalin-Paktes Bessarabien und die
Nord-Bukowina. Im zweiten Weltkrieg kämpfte Rumänien erst auf deutscher
Seite und wechselte 1944, als die Rote Armee einmarschierte, die Fronten.
Nach dem Krieg gewannen die Kommunisten rasch die Oberhand, König Michael
dankte ab und KP-Chef Georghe Georghiu-Dej errichtete ein stalinistisches
Regime. Vor allem unter seinem Nachfolger, Nicolae Ceausescu vertrat das
Land einen von Moskau unabhängigen Kurs. Infolge innenpolitischer Unterdrückung
zusammen mit einer hohen Staatsverschuldung und einem niedrigen
Lebensstandard kam es 1989 zu Volkerhebungen. Als sich das Militär schließlich
auf die Seite der Aufständischen stellte, wurde der Diktator gestürzt
und zusammen mit seiner Frau hingerichtet. Seither versuchen bürgerliche
Regierungen die wirtschaftliche Entwicklung zu stabilisieren und dem Land
den Weg in die Europäische Gemeinschaft zu ebnen. |
| |
Romania
is the biggest state in Southeastern Europe and borders Bulgaria in the
South, Moldavia, Ukraine and the Black Sea in the East, Ukraine in the
North and Hungary and Yugoslavia in the West.
Since the second millenium BC Thracian tribes (Getae and Dacians) settled
in this area. The last Dacian king Decebal was defeated by the troops of
the Roman emperor Trajan in 105 AD and Romania became the province Dacia
and thus part of the Roman empire. When the Romans left again in the 3rd
century, Goths, Huns, Avars and Slavs invaded the country.
Adopting Slavic elements into the Dacian-Roman culture, the Romanian
people developed, which was mentioned first in the 13th century. In that
time Hungary annexed Transylvania and invited German settIers from the
rivers Moselle and Rhine in order to colonize this area. About 100 years
later two Romanian principalities developed: Wallachia and Moldavia. Both
were at first tributary to the Otoman Empire. At the end of the 16th
century they were temporary united under Michael the Brave, who also had
conquered Transylvania.
In the 18th century the principalities lost numerous areas to Austria:
e.g.the Bukovina and the Banat, where Germans have settled since 1718. In 1859
the Wallachia and Moldavia elected Alexandru Ion Cuza for their prince
and the new state was called Romania for the first time. Cuza was overthrown by the aristocracy and Carl of
Hohenzollern-Sigmaringen was made hereditary prince instead. After a
successful fight against the Turks the country became finally independent
in 1878, Carol was appointed king in 1881 and Romania became a
Constitutional Monarchy.
In the First World War Romania was at first neutral, but later they fought
against Austria-Hungary and gained in 1919/20 parts of the Banat, entire
Transylvania, the Bukovina, Bessarabia and the Dobruja. But already in
1940 due to the Hitler-Stalin-treaty the Soviet Union annexed Bessarabia
and the Northern Bukovina. In the Second World War Romania fought at first
for Germany but in 1944 when the Red Army invaded the country, they
changed their mind and fought for the Allies instead.
After the war the Communists soon came into power, king Michael resigned
and KP-chief Georghe Georghiu-Dej established a Stalinist regime.The
country followed a policy independent from Moscow, above all under the
rule of Geoghiu-Dej's successor Nicolae Ceausescu. Because of interior oppression together with a high indebtment of the state and a low
life standard the people started to revolt in 1989. When the army finally
started to support the revolting people, the dictator was overthrown and
together with his wife executed. Since then civil governments have been
trying to stabilise the economic development and to lead the country
into the European Community. |